Dominion 2018 – Eine Dokumentation, die wach rüttelt.


Ich musste ehrlich gestanden an einigen (vielen) Stellen heftig schlucken, als ich mir die Dokumentation Dominion ansah. Doch es war jede Sekunde wert. Um sich einmal mehr ins Gedächtnis zu rufen, warum man sich pflanzlich ernährt. Denn Dominion 2018 zeigt einmal mehr, warum wir unser Handeln in Hinsicht auf Tierprodukte überdenken sollten.

Damals als ich mir überlegte, ob ich mir Earthlings ansehen sollte, schob ich es lange vor mir her. Denn damals vertrat ich die Ansicht, dass es genug Schreckensbilder gibt. Und dass diese im Endeffekt vielmehr verstören, als dass sie eine offene, positive Kommunikation fördern.
Und das sehe ich auch heute noch so. Doch es kommt auch wieder auf das Maß an.
So sind solche Bilder doch immer wieder eine gute Erinnerung. Eine Erinnerung daran, dass unser Handeln Konsequenzen hat. Wir es aber auch in der Hand haben Verantwortung zu übernehmen und etwas in dieser Welt zu ändern. Wenn es auch nur kleine Schritte sein mögen. Doch ich würde mir von Herzen wünschen, dass Zustände wie die hier gezeigten irgendwann einmal der Vergangenheit angehören würden.

 

Haustiere
Wir lieben Hunde und Katzen, doch Nutztiere sind nur Nummern.

Genau mit diesem Vergleich beginnt die Dokumentation. So teilen wir unser Leben mit dem sogenannten besten Freund des Menschen oder mit kleinen Stubentigern, leiden mit ihnen und teilen schöne Erlebnisse. Doch an anderer Stelle sehen wir weg, blenden aus, dass das Produkt auf unserem Teller einmal ein Lebewesen war.

So geht es auch schon direkt mit der Schweinezucht los.

Schon damals als ich mir Earthlings ansah, empfand ich das gezeigte Bildmaterial als äußerst heftig. Doch ich denke inzwischen, dass ein jeder einmal einen Blick auf eben solche Bilder geworfen haben sollte. Denn es nützt nichts die Augen vor der Realität zu verschließen. Und im Falle der Schweinezucht ist es nicht minder bedrückend was den Tieren dort widerfährt. Was trotz Tierschutzgesetz als normal und legal gilt.
Kastration ohne Betäubung. Das Stutzen der Schwänze, um Kannibalismus zu vermeiden, ebenfalls ohne jegliche Betäubung. Ein Umstand, den man keinem Hund und keiner Katze jemals zumuten würde. Doch für unser Essen sind diese Umstände gut genug, oder?
So sieht man wie Mitarbeiter Ferkel an den Hinterbeinen aufheben und mit voller Wucht mit dem Kopf auf den Boden schlagen. Babyferkel, die halb lebendig, halb tot da liegen.

Ein Schweinefriedhof hinter großen Mastanlagen.
So könnten diese Tiere gut 10 bis 12 Jahre alt werden, erreichen aber meist nicht einmal 6 Lebensmonate, bevor sie geschlachtet werden.

Mitabeiter, die die armen Tiere schlagen. Zu hören das Schreien der Schweine. Gängige Praxis in Australien. So auch das Töten mit Kohlendioxid.
So stellte ich mir bei Bildern von schreienden Schweinen, die um ihr Leben zappeln während sie kläglich ersticken, die Frage nach dem Warum. Warum machen wir das?
Wofür das alles?

Doch es geht noch weiter. Mit Hühnern.
Küken, die auf ihr Geschlecht getrennt werden. Legehennen, die Knochenbrüche erleiden, noch bevor sie geschlachtet werden.

Truthähne, Schafe, Kühe, Kälber… nichts ist ohne Leid.

So ging es mir während Dominion praktisch genauso wie vor über zwei Jahren bei Earthlings. Im Endeffekt ist es auch nicht anders. Nur in moderneren, deutlicheren Bildern. Doch wenn man beides mit einander vergleicht – 2005 vs. 2018 – so hat sich in diesen Jahren, was das Leid der Tiere betrifft, noch nicht viel verändert.

Ich denke der allgemeine Krux ist, dass wir Menschen die Eigenschaft haben das was wir nicht unmittelbar sehen auszublenden. Gleichzeitig wissen wir in unserem Inneren oftmals sehr wohl was hinter unserem Verhältnis zu Tierprodukten steckt, möchten dann aber dafür nicht in unserem Handeln kritisiert werden.
Wenn ich solche Bilder sehe, so kann ich einen jeden verstehen, der sich fragt ob es das Geschmackserlebnis, den Pelzkragen, das Stück Leder wirklich wert ist?
Denn gemessen an der Grausamkeit dahinter…

So lag unsere Katzendame die ganze Zeit, als ich mir Dokumentation ansah, an meinen Beinen und kuschelte sich an mich. So fragte ich mich auch was der Unterschied zwischen ihr an meiner Seite und den Tieren in dieser Dokumentation ist?
Erklärungsmodelle sind wohl verschiedene Traditionen, Bräuche, religiöse Überzeugungen usw. Was ist dabei nun die Wahrheit? Denn sollten Tiere überhaupt derart leiden müssen? Auch wenn es uns schmeckt? Wir so aufgewachsen sind? Es in anderen Ländern so oder so gehandhabt wird? Was sagt unsere Moral?

 

Kalb
Ein Blick hinter die Kulissen

Dominion ist eine der Dokumentationen, die ein jeder einmal gesehen haben sollte.
So erhält man über den Zeitraum zweier Stunden einen Einblick in das was die Werbung uns gerne verschweigt und mit fröhlichen sowie idyllischen Bildern verschleiert.

Wohl eher Trugbilder. Denn der freundliche Schlachthof von nebenan existiert nun einmal nicht.

Mich hat die Dokumentation jedenfalls noch einmal in meiner Entscheidung mich pflanzenbasiert zu ernähren bestätigt. Denn Bilder wie diese kann ich nicht einfach so aus meinem Bewusstsein ausblenden. Dafür geht es mir zu nahe.
Doch es ist gut, dass es inzwischen immer mehr solcher Dokumentationen gibt. Ganz anders als noch vor zwanzig Jahren, wo man nur hier und da mal ein paar Videoaufnahmen zu Gesicht bekam.
Denn sie liefern einen Blick hinter die Kulissen einer oft so heil dargestellten Welt. Ein Blick, der doch so wichtig ist.

Mehr zur Dokumentation auch hier: Dominionmovement

 

 

Fotos: Pexels.com

4 Kommentare zu „Dominion 2018 – Eine Dokumentation, die wach rüttelt.

  1. Danke für deinen Beitrag … Ich werde mir diese Dokumentation nicht anschauen und auch Earthlings etc. nicht. Ich kann es einfach nicht ertragen, diese Bilder zu sehen. Ich weiß was hinter den Wänden passiert und darum lebe ich konsequent vegan. Aber solche Filme sind dennoch wichtig, denn sie rütteln wach. Unser Handeln hat Konsequenzen aber leider wollen das die meisten nicht verstehen. Ich hoffe es ändert sich noch einiges in den Köpfen der Menschen 😢

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    1. Hi,

      ich kann dich da sehr gut verstehen.
      Solche Bilder sind keine leichte Kost. So habe ich es auch ehrlich gesagt einige Zeit vor mir hergeschoben mir die Dokumentation anzusehen.
      Doch im Nachhinein betrachtet finde ich, kann eine solche Verbildlichung nicht schaden. Denn auch wenn wir wissen was hinter geschlossenen Türen geschieht, viele andere wissen das nicht.

      Dass sich in den Köpfen der Menschen etwas ändert, das würde ich mir auch sehr wünschen.
      Doch ich denke mit Dokumentationen wie dieser und der immer häufigeren Thematisierung der Sache wird sich auf lange Sicht etwas bewegen.

      Lg

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    1. Hallo Tina,

      das freut mich. Es ist zwar keine leichte Kost, dafür aber liefert die Dokumentation einen wertvollen Blick hinter die Kulissen dessen, was in der Werbung oftmals ganz anders dargestellt wird.

      Lg

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