Let´s talk about Body Dysmorphia und Fitness.


Ab wann sind wir mit unserem Körper zufrieden?
Wann ist das was wir im Spiegel sehen genug? Und ab wann ist der Wunsch nach kontinuierlicher Verbesserung so groß, dass daraus so etwas wie eine Körperschemastörung entsteht?

Doch, was ist Body Dysmorphia eigentlich?

„Die körperdysmorphe Störung („body dysmorphic disorder“; BDD) oder Dysmorphophobie ist eine relativ häufige Störung, klinisch gekennzeichnet durch eine übermäßige Beschäftigung mit einem eingebildeten Mangel oder einer befürchteten Entstellung der äußeren Erscheinung. Die übermäßige Beschäftigung verursacht einen oft hohen Leidensdruck und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen. Überwertige Ideen und Beobachtungswahn stellen weitere typische Symptome dar.“

Nun wird man, wenn von Körperschemastörungen die Rede ist, wohl meist als erstes an Themen wie Magersucht oder andere Essstörungen denken. Dann, wenn man so dünn ist, dass man nicht mehr sein reelles Ich vor dem Spiegel sieht. Sondern vielmehr eine verzerrte Darstellung dessen, wovon man denkt, dass es der eigenen Realität entspräche.
Und ja, aus eigener Erfahrung mit fast zehn Jahren Magersucht kann ich sagen: Ich sah mich nicht so wie ich eigentlich war. Selbst mit deutlich sichtbaren Knochen, sah ich noch diverse Fettpolster an mir, dachte ich hätte einen dicken Bauch oder zu breite Oberschenkel.

Doch es sind nicht nur Betroffene von Essstörungen, die von Körperdysmophie betroffen sein können.
Selbst diejenigen, die wir als Vorbilder ansehen, können hinter der Fassade von Social Media, wo sich prinzipiell jeder von seiner besten Seite zeigt, mit ihrem Körperbild zu kämpfen haben.
Sei es, dass sie versuchen lästiges Körperfett durch geringere Nahrungsaufnahme zu minimieren. Oder sich ständig denken, sie müssten ihren Körper noch weiter verbessern. Um in der Fitnessbranche noch mehr Erfolg zu haben.

Denn, wenn man mal ehrlich ist, im Fitnessbereich verkauft sich ein Siypack besser, als etwas mehr auf den Rippen.
Denn der Kunde möchte meist so aussehen wie der Fitnessinfluencer, der diesem Trainingspläne verkauft, in der Hoffnung damit eventuell so auszusehen wie sein Vorbild.
Die Wahrheit jedoch ist: Man wird nie so aussehen wie ein anderer. Vieles macht die Genetik. Und, zu diesem Punkt komme ich noch weiter unten: Nicht jeder dieser Vorbilder ist natürlich.

Battling Myself: I know I’m going to get a lot of flack for saying this, mostly from people saying “I told you so” or “I knew it”, but I think that it’s better said than not.

For the past year or so, more significantly these past few months, I’ve struggled a ton with this irrational perception of what I look like (mostly physically).

I’ve always been someone to say “f*** what everyone says” or “what they say doesn’t matter”, but what do you say to someone who’s constantly battling against themselves. Do I tell myself “F*** your thoughts, your feelings, your emotions. They don’t matter.”? How can you escape the constant negative thoughts about how you view yourself? Not quite as simple as removing yourself from a bad social environment, or shutting off social media.

It’s an internal struggle to be able to finally be able to look at myself positively. Depression, anxiety, that constant feeling of “not being good enough” or “failing to please yourself” slowly kills you.

You tell everyone “I’m fine” or “f*** off”, to the point where every battle has to be fought alone and it’s almost always your fault for pushing everyone away.

It’s this constant cycle of needing to be better, and never appreciating the successes you’ve achieved and the sacrifices you’ve made up until this point.

I’m not making this post for people to feel bad or to get others sympathy, but I want to be vocal about something that I know a ton of people keep internal, especially with kids my age or even younger.

If you’re battling something that’s internal, you’re not alone. You don’t have to be afraid, or guilty, or ashamed.

Sometimes the internal battles get overlooked by the constant scrimmaging, blitzing, and chaos going on in the external; for me that’s social media, business, creating content.

It all means nothing if you can’t enjoy the success. And that success isn’t necessarily materialistic. Sometimes it’s simply being able to enjoy the process; just like I did when I was a 13 year old kid who picked a dumbbell up for the first time.

I don’t know if this helps anyone, but it’s more just for me to voice some of the internal struggles I go through, so at least it’s that. ❤️“

Tristyn ist mit seinen 19 Jahren noch sehr jung. Doch er spricht einen sehr wichtigen Punkt an.

Auch im Fitnessbereich kann der Blick auf den eigenen Körper und die Anforderung nach ständiger Verbesserung dazu führen, dass wir ein obzessives Verhalten an den Tag zu legen beginnen, was wiederum für einen selbst schädlich und damit zu einem Problem werden kann.

Seit ich Kraftsport betreibe, ist mein Ziel natürlich auch mehr Muskulatur aufzubauen. Denn, das was ich sehe gefällt mir. Ich bin stolz auf das was ich an Muskelmasse aufgebaut habe.
Doch auf der anderen Seite ist das Ziel natürlich, oder auch eines davon, sich weiter zu entwickeln.
Weiterentwicklung: Mehr Muskelmasse.
Insofern ist Bodybuilding, wenn man es so nennen kann, eine bewusste Veränderung des eigenen Körpers. Die Frage ist nur wie weit man geht. Und ab wann man mit dem Erreichten zufrieden ist.

Einmal hörte ich einen professionellen Bodybuilder auf Youtube sagen: „Egal wie groß du sein wirst, selbst wenn du deinen Traumkörper erreicht hast, wirst du nie wirklich zufrieden sein. Und immer etwas an deinem Körper verbessern und „bigger“ werden wollen.“

Sprich: Man hat dieses Bild vor Augen wie man aussehen möchte. Den sogenannten Traumkörper. Und man denkt sich, wenn ich das erreicht habe, ja, dann werde ich zufrieden sein. Doch, hat man seinen Traumkörper schlussendlich erreicht, dann ist es doch nicht gut genug. Weil es dann immer wieder etwas anderes gibt, das verbessert werden sollte.
Und mit dieser Spirale wird man am Ende unzufriedener mit seinem Körper sein als davor.

Nun muss das nicht auf jeden zutreffen.
Ich für meinen Teil, bin so wie mein Körper jetzt aussieht, sehr zufrieden. Ich würde sogar sagen, dass mir der Kraftsport eher zu einem positiveren Selbstbild in der Sache verholfen hat.
Dass ich mir heute denke, ich mag meine Beine. Früher waren gerade diese für mich eher so eine Problemzone.
Natürlich habe ich auch den Gedanken, dass ich gerne noch mehr Schultern aufbauen, oder vielleicht noch mehr Umfang am Quadrizeps hätte, einfach weil mir die Optik gefällt.
Dennoch ist es nicht mein Ziel einen Sixpack oder einen möglichst geringen Körperfettanteil zu haben, um möglichst „shredded“ und definiert zu sein. Ich betreibe auch kein Mealtiming oder nutze zusätzliches Cardio um meinen Verberennungsmotor anzukurbeln.
Im Gegenteil, ich esse auch mal eine Tafel Schokolade und anschließend eine Packung Yoghurtgums. Einfach so, weil ich Lust darauf habe.
Will sagen, ich halte für mich selbst die Waage.

Doch für manch andere kann es durchaus zu einer Obzession werden.
Ähnlich wie Orthorexie, wo ich in so manchen Fitnessgruppen Frauen mit Sixpack sehe, solche, die auf 1,70m 50kg wiegen und damit am Rande des Untergewichts balancieren.
Oder solche, die täglich ins Fitnessstudio springen, man aber eher den Eindruck gewinnt, nicht dass sie Muskeln aufbauen, sondern immer dünner werden. Und damit eben nicht mehr wirkich gesund aussehen.
Und ja, auf Dauer ist ein zu niedriger Körperfettanteil eben alles andere als gesund. Nicht umsonst verlieren besonders wir Frauen, ab einem gewissen Grad an zu wenig Körperfett unsere Fähigkeit zu menstruieren. Weil der Körper Einsparmaßnahmen vornimmt.

Von daher: Was bringt es shredded zu sein, wenn man nicht wirklich gesund ist?
Ist Optik da wirklich wichtiger als alles andere?

Die Kehrseite der Medaille – wenn nachgeholfen wird

Früher eher ein Tabuthema, wird es heute von Bodybuildern und anderen Kraftsportlern durchaus offener kommuniziert. Die Verwendung von PEDs – Performance Enhancing Drugs.
Das können SARMS, Wachstumshormone, Steroide, Anavar oder auch andere Substanzen sein. Und diese müssen nicht einmal direkt sichtbare negative Seiteffekte haben. Man muss nicht einmal ein Muskelberg sein, um solche Substanzen zu nutzen. Selbst manche Frauen, von denen man denken würde: So viel Muskelmasse haben die ja gar nicht, können beispielsweise Substanzen wie Anavar nutzen.

Das Traurige an der Sache, besonders im Bodybuilding, viele der professionellen Athleten riskieren damit auf Dauer Jahre ihres Lebens. Zuletzt starb Shawn Rhoden, ein Profi-Bodybuilder, der 2018 den „Mister Olympia“ Titel gewann im Alter von 46 Jahren an einem Herzinfarkt.

Wie kann das sein?
Nun ja, Muskeln und einen niedrigen Körperfettanteil zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass man gleichbedeutend auch innerlich gesund ist.
Besonders auf der Mister Olympia Bühne, genauso wie im Profi-Bodybuilding hat sich der Trend zunehmend zu mehr Muskelmasse entwickelt. Mehr als ein Mensch selbst mit einer einzigartigen Genetik je erreichen könnte. 100kg reine Muskelmasse bei 3 Prozent Körperfett.
Doch wie soll Mensch solche Ausmaße erreichen?
Realistisch gesprochen: Ohne die Nutzung von PEDs unmöglich. Selbst mit der besten Genetik nicht.
Somit riskieren viele dieser Pro-Athleten auf Dauer 10 Jahre oder mehr ihres Lebens zu verlieren, um der Beste der Besten zu sein. Aber auch weil das genau das ist, was Zuschauer, aber auch Sponsoren sehen wollen.

Ein Umstand, der den Sport des Bodybuildings zunehmend zu einem gefährlichen Sport macht.

Man muss jedoch kein professioneller Bodybuilder sein, um an Body Dysmorphia zu leiden.
Wie gesagt, es kann jeden treffen.

Der Körper als Marke

Im Fitnessbereich ist vor allem der Körper sogenannter Fitnessinfluencer, welche ihre Trainingsprogramme verkaufen die Marke. Mit seinem Aussehen verkauft er oder sie Träume.
Denn der Viewer, der Kunde sozusagen, möchte genau das erreichen was sein oder ihr Vorbild erreicht hat.
Was ja auch per se nicht schlecht ist.
Im Gegenteil, indem wir uns ein Beispiel an Menschen nehmen, die das erreicht haben, was wir auch gerne erreichen würden, können wir selbst wachsen. Durch Wissensgewinn, mehr Erfahrung und ja, auch diverse Erfolge.
Nichts desto trotz: Fitness auf Social Media und Co. lebt heutzutage primär von der Optik.
Ein weiteres Beispiel für die Kehrseite der Medaille der perfekten Optik wäre mitunter die Fitnessinfluencerin Sophia Thiel.
Bekannt geworden ist sie durch ihre Geschichte, wie sie vorher übergewichtig, begann ins Fitnessstudio zu gehen, abnahm und plötzlich zum Fitnessvorbild für viele andere wurde.

Jahre später, brach sie unter dem Druck ständig shredded sein und einen immer sichtbaren Sixpack haben zu müssen, zusammen. Zuerst dachte sie, sie müsse sich nur noch mehr zwingen, strikter sein. Vier Stunden täglich trainieren. Das Resultat endete in einer fast zweijährigen Social Media Abstinenz und einer Essstörung namens Bulimie.

HIer geht es zum Video: „Ich habe eine Essstörung

Wir sehen nicht wie es bei so manchen hinter den Kulissen aussieht. Wir sehen nur die schönen Bilder, mit Pump, dem richtigen Licht. Die scheinbar perfekte Optik, die vermeintliche Zufriedenheit verspricht.
Doch wir sind mehr als die Optik unseres Körpers.
Das jedenfalls sollten wir bei all dem Bestreben nach physischen Zielen nicht vergessen.

Was sind eigentlich deine Gedanken und vielleicht auch Erfahrungen zum Thema? Hattest du schon einmal mit Bodydysmorphie zu kämpfen?



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