Warum Kritik zum Bloggen dazu gehört. Und wie man souverän damit umgehen kann.


Dieser Beitrag ist einmal etwas Off-topic sozusagen. Doch, wenn man einen Blog betreibt, dann bleibt Kritik im Laufe der Zeit nun einmal nicht aus. So ist es sicher für jeden, der mit seiner Stimme in die Öffentlichkeit tritt schön, wenn man Zuspruch erfährt. Wenn das eigene Tun, so mancher Bericht oder Hinweis zu einem Denkanstoß manch einen anderen inspiriert und positive Rückmeldung erfährt.
Genau daran merkt man dann, dass sich die ganze Arbeit, welche man in ein solches Projekt wie einen Blog steckt, letzten Endes gelohnt hat.

Doch nicht selten wird man nicht immer Zustimmung erfahren. Besonders dann, wenn man sich beispielsweise mit bestimmten Themen auseinander setzt. Das Thema vegan-vegetarische Ernährung erfährt mit Sicherheit nicht immer nur Zuspruch. Manchmal sogar das ganze Gegenteil. Mit negativen Kommentaren umzugehen, vielleicht sogar persönlich angegriffen zu werden, kann hierbei nicht selten emotional anstrengend sein.
Dabei gehört Kritik anderer dennoch zum Bloggen dazu. Man kann noch so sachlich schreiben, noch so sehr versuchen nach außen hin ein perfektes, möglichst angriffsloses Bild von sich und dem was einem am Herzen liegt darzustellen, dennoch wird es hier und da mal eine Person geben, welche Kritik üben wird.

Besonders, wenn man dann so manchen Kommentar liest, kann das nicht selten emotionale Reaktionen in einem hervorrufen. Das ist menschlich und vollkommen normal.
Bei so mancher Reaktion hat mich das innerlich schon auch mal getroffen. Dennoch, auch wenn es sich manchmal alles andere als toll anfühlt:

Kritik ist etwas Wunderbares

Denn im Endeffekt bedeutet Kritik nicht mehr, als dass sich jemand Gedanken gemacht hat. Dass jemand uns an seiner Sichtweise Teil haben lässt. Vielleicht eine Thematik von einer Seite betrachtet, welche uns vorher noch verborgen war, oder selbst nicht aufgefallen wäre. Oder aber es kann der schlichte Hinweis an uns selbst sein einer Sache mehr Beachtung zu schenken, noch einmal etwas genauer hinzusehen.

Insofern sollten wir eigentlich dankbar für Kritik sein.

Denn gerade die Betrachtung anderer Perspektiven bringt uns in unserer persönlichen Weiterentwicklung weiter als stets nur Zustimmung zu erfahren. Denn, was wenn alle uns nur zustimmen, wir aber etwas übersehen?

Meinungen sind so verschieden, wie wir Menschen individuell. Schon allein deshalb können wir nicht davon ausgehen, dass alle nur toll finden werden, was wir tun. So eben auch unsere Beiträge als Blogger.
Sicher werden mir so manche in meinen Sichtweisen zustimmen. Andere werden es wieder anders sehen. Doch ganeu das gehört zum Job als Blogger.
Doch noch viel mehr gehört es dazu souverän mit Kritik so mancher Leser umzugehen. Man muss sich nicht beleidigen lassen (dazu weiter unten mehr), doch wenn man nur Zuspruch ernten möchte, dann sollte man sich aus meiner Sicht überlegen ob das mit dem Bloggen oder allgemein für etwas in der Öffentlichkeit einzustehen, für einen das Richtige ist. Ob man denn die Resilienz besitzt damit wirklich umgehen zu können.

 

blogging101

Wie kann man nun mit Kritik positiv umgehen?

1.) Nicht weglaufen

Als Bogger wird man kritisiert werden. Das ist einfach so.
Alles wird bewertet. So eben auch unsere Worte, unsere Argumente, die Themen, welche wir behandeln. Vielleicht unsere Bilder, die Quellen, auf welche wir uns beziehen uvm.

Man sollte sich von der Illusion trennen, dass die Regel die wäre stets nur in allem bestätigt zu werden. Dabei spielt es auch keine Rolle wie populär wir sind. Denn die Anzahl der Zusprüche spielt keine Rolle. Wir sind immer noch ein normaler Mensch, genauso wie derjenige, welcher unsere Beiträge liest und dazu vielleicht eine konträre Stellung einnimmt.

Sicher ist es nicht angenehm, wenn das meiste positiv ist und man dann plötzlich mal ein negatives Feedback liest. Schnell beührt es einen emotional. Verletzt vielleicht auch wunde Punkte in uns.
Doch, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass Kritik eigentlich etwas Positives ist, das uns hilft uns weiter zu entwickeln, und einfach zum Blogger-Dasein dazu gehört, können wir darauf auch gelassener reagieren.

2.) Sei dankbar

Kritik gehört zum Leben dazu. Es ist etwas Normales. Und, wie bereits gesagt, etwas Gutes.

Doch warum sollte man dafür nun dankbar sein?

Weil es eine Reaktion eines Menschen auf die eigenen Worte ist. Auf die eigenen Gedanken, in welche man so viel Mühe gesteckt hat. Manchmal Tage, und vielleicht sogar Wochen.
Es ist ein Lebenszeichen eines Lesers. Ein Feedback.

Und das ist es doch was wir mit unserer Arbeit als Blogger anstreben, oder etwa nicht?
Dass unsere Beiträge gelesen werden und Reaktion erfahren. Dass wir damit andere Menschen erreichen.
Insofern bedeutet Kritik nichts weiter als, dass sich ein Mensch unsere Worte durchgelesen und dazu Gedanken gemacht hat. Dass unsere Worte in einem anderen eine Reaktion hervor gerufen haben. Also eine tolle Sache.

3.) Übe dich in Akzeptanz

Das klingt so leicht. Besonders wenn wir Lob erfahren, ja, dann ist das auch leicht. Doch Kritik oder negatives Feedback ist oftmals etwas, das wir nicht so gerne haben, löst es doch nicht selten nicht ganz so angenehme Gefühle in uns aus. Und wer will die schon haben? Doch genau das gehört nun einmal zum Menschsein dazu.

Weil Kritik nicht selten als etwas Negatives erlebt wird, wollen viele das am liebsten abblocken. So kann es dann schon einmal vorkommen, dass „unliebsame“ Kommentare gar nicht erst freigeschaltet werden. Das kann allein schon das Äußern einer konträren Ansicht zu der des Bloggers sein. Zu Recht ärgerlich für den Leser.

Denn was sagt das im Endeffekt aus? Kritische Kommentare nicht erwünscht. Nur Zuspruch, bitte.

Daher: Auch gerne kritische Kommentare freischalten. Denn genau das zeigt, dass konträre Ansichten durchaus erwünscht sind. Dass man als Blogger auch Wert auf Meinungsaustausch legt.

Es zeigt, dass einem der Leser nicht egal ist.

4.) Lerne zu unterscheiden

Wir können nicht erwarten, dass sich jeder zu jeder Zeit in der Anführung seiner Kritik konstruktiv, freundlich und sachlich äußern wird. Manches der Kritik, die uns entgegen treten wird, wird somit nicht immer wohl formuliert und sprachlich durchdacht sein.
Manches wird uns direkt mit voller Wucht erwischen.

So erfuhr ich auch schon Kommentare, welche mein Äußeres beleidigten oder mich mit Kraftausdrücken betitelten. Ich sei ein Faschist oder auch Nazi, wolle, dass Kinder in der dritten Welt sterben sollten, weil sie ja kein Fleisch essen sollen.
Solche Äußerungen sind natürlich rein von Wut getrieben und bieten wenig Inhalt, um daran zu wachsen. Insofern kann man solche Äußerungen getrost als Beleidigung abtun und ihnen keine weitere Beachtung schenken.
Anders sieht es aber dann aus, wenn doch ein Teil sachlicher Inhalt mitschwingt. Denn, auch wenn mancher Kommentar vielleicht direkter geäußert sein mag, kann auch in destruktiver Kritik ein sachlicher Inhalt mitschwingen. Und diesen heraus zu filtern kann tatsächlich eine Bereicherung für uns sein.

Wenn wir lernen zwischen persönlicher und sachlicher Kritik zu differenzieren, können wir auch destruktiver Kritik anders begegnen.

Der persönliche Anteil zielt lediglich auf uns als Person ab. Der sachliche Anteil hingegen bezieht sich auf die Sache, den Beitrag, den Inhalt, die Produkte, die Worte usw.
Wenn wir lernen hier Abstand einzunehmen, es nicht zu Herzen zu nehmen, sondern rein als Kritik an der Sache anzusehen, dann fällt es uns auch leichter selbst konstruktiv damit umzugehen. Ja, sogar daran zu wachsen.

5.) Handle nicht emotional

Wenn ein negativer Kommentar reinflattert, dann löst das verständlicherweise entsprechend emotionale Reaktionen in uns aus. Sofort ist es mit der inneren Ruhe vorbei, man fühlt sich verletzt, ist vielleicht auch wütend. Schließlich ist man nur ein Mensch mit Gefühlen. Und sofort möchte man, getrieben von eben diesen Emotionen, gerne sofort antworten.
Denn alles was in uns negative Emotionen auslöst, landet nicht selten auf Priorität Nummer Eins.

Doch nicht selten ist genau das nicht hilfreich. Sei es, dass man dann mit Gegenkritik antwortet oder mit Vorwürfen. Selbstverständlich artet das in gescheiterter Kommunikation aus.
Daher kann es hilfreich sein, einfach einen Moment inne zu halten. Tief ein- und wieder auszuatmen. Und sich vielleicht auch nochmals durchzulesen, was einem da geschrieben wurde. Denn manchmal kann etwas nach mehrfachem Lesen ganz anders auf uns wirken. Uns die darin verborgenen Feinheiten herausfiltern lassen.

Reibt es uns doch zu emotional auf, können wir uns auch einen Tag Zeit lassen, bevor wir arauf reagiern. Velleicht eine Nacht darüber schlafen.

Denn mit etwas emotionalem Abstand fällt es auch gleich viel leichter Kritik auf sachlicher Ebene zu begegnen.

6.) Übe dich in Mitgefühl

Auch wenn es einfach erscheint Negatives zu ignorieren oder Kritik aus dem Weg zu gehen, konstruktiv von Bloggerseite ist das nicht.
Schließlich handelt es sich um jemanden, der unseren Beitrag gelesen und darauf reagiert hat. Beachten wir es nicht, zeigt das im Endeffekt nicht mehr, als dass uns kritische Äußerungen unserer Leser egal sind.
Manchmal kann es dabei auch hilfreich sein Mitgefühl zu zeigen. Sätze wie: „Ich merke, dass das in dir Wut, Unverständnis, oder welche Emotion auch immer hervor gerufen hat und kann dich da gut verstehen. Wie wäre es…“
Allein das zeigt, dass wir unserem Leser und seinem Anliegen Beachtung schenken. So kann schon das allein nicht selten deeskalierend wirken.

7.) Nimm für dich das heraus, was dir hilfreich erscheint

Kritik ist im Endeffekt nicht mehr als die Ansicht einer Person. So können wir andere Ansichten anerkennen, müssen sie aber nicht für uns übernehmen. Oder aber wir können andere Ansichten anerkennen, und für uns das heraus nehmen, von dem wir denken, dass es für uns hilfreich sein könnte.
Egal ob konstruktive oder destruktive Kritik, wann immer sachlicher Inhalt mitschwingt, bietet uns das die Möglichkeit zum Perspektivwechsel. Und genau das bedeutet Wachstum sowie Bereicherung. Die Dinge aus der Sicht eines anderen zu betrachten, uns Gedanken über dessen Argumente zu machen.

Wie gesagt, wir müssen nicht automatisch zustimmen, nur weil jemand Kritik äußert. Wir können unserem Standpunkt auch weiter treu bleiben oder aber zwei Meinungen einfach neben einander friedlich co-existieren lassen, ohne dass das zu einem Misverhältnis zwischen Leser und Blogger führen muss.

 

Alles in allem ist Kritik nicht immer angenehm, kann aber auch für uns Blogger eine Bereicherung sein. Es kann uns helfen in unserer Kritikfähigkeit zu wachsen, aber auch unsere Kommunikation zu unseren Lesern zu verbessern.

Oder wie seht ihr das?
Wie geht ihr mit Kritik um?

 

 

9 Kommentare zu „Warum Kritik zum Bloggen dazu gehört. Und wie man souverän damit umgehen kann.

    1. Hallo,
      vielen lieben Dank für das positive Feedback ;).
      Ja, ich denke das ist ein wichtiges Thema. Schließlich sind es die Leser, die einen Blog oder Kanal zu dem machen, was er ist.
      LG

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  1. Ich bin über Kritik auch (fast) immer dankbar auch wenn manche Kommentare nerven bzw. Manche Menschen einfach meckern möchten… allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass die die am
    Meisten meckern, die treusten Fans sind! Vor allem wenn man es schafft sie für einen zu gewinnen.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Lilli,
      Kritik ist nicht immer angenehm. Und manche wollen tatsächlich manchmal einfach nur meckern.
      Aber prinzipiell, wenn etwas an der „Meckerei“ dran ist und man es dann schafft posiitv damit umzugehen, somit auch auf die Einwände des anderen einzugehen, kann das treue Leser schaffen :).

      LG

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  2. Wenn jemand mit mir nicht einer Meinung ist, sehe ich das gar nicht als Kritik an. Das ist schliesslich interessant und gibt Anlass zum Austausch. Wenn aber jemand nur mal so hereinschneit, sich an einem Wort aufhängt und daraufhin meine Leserschaft und mich in Bausch und Bogen für dumm erklärt, dann ist das einfach nur Abfall. Einige Leute benutzen diese so genannte Meinungsfreiheit, um auf anderen herumzutreten und ihr eigenes Ego aufzubauen.

    Und wenn jemandem mein Blogkonzept nicht gefällt, dann muss ich damit leben. Man kann es nicht allen recht machen, dazu sind wir zu verschieden. Auch bin ich dankbar, wenn man mich auf Fehler aufmerksam macht.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi,
      ein Meinungsaustausch ist auch für einen selbst sehr hifreich, finde ich. Da man so auch mal Einblick in die Perspektive eines anderen erhält und dadurch seine eigene Sichtweise ggfls. überdenken kann.
      Wenn jemand nur beleidigen möchte, dann ist das in der Tat etwas anderes. Da es ja keinen konstruktiven Inhalt und somit Wert mitliefert. Da muss man klar differenzieren :).

      LG

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  3. Kritik, ein sensibles Thema. Die Leute, die Kritik üben, sollten diese auch sachlich verpacken. Dann ist es für den Empfänger auch einfacher, damit umzugehen. Leider werden sogenannte „Hate-Kommentare“ ja immer mehr. Ich finde, das ist eine traurige Entwicklung. Und wenn man die Leute darauf hinweist, dass das nicht nett war, dann kommt nur „Ich lebe in einem freien Land mit freier Meinungsäußerung“. Ja, das ist korrekt. Und das ist auch gut so.
    Aber dass wir das Recht haben, frei unsere Meinung zu äußern, bedeutet nicht, dass man jedem seine negativen und teilweise verletzenden Gedanken an den Kopf schmeißen muss. Bringt doch auch niemandem was, denn solch verpackte Kritik nimmt wohl niemand an.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hi,
      das stimmt. Hate-Kommentare gesprickt mit Beldigungen sind natürlich alles andere als positiv.
      Ich denke manche Verfasser sind wohl manchmal sehr emotional geladen und denken dann nicht wirklich darüber nach, wie das beim Gegenüber ankommt.
      Meinungsfreiheit bedeutet auch wieder nicht seine Meinung mit Beleidungen oder persönlichen Angriffen zu verpacken und dem anderen um die Ohren zu hauen. Sondern vielmehr, dass jeder seine Ansichten haben und auch äußern darf. Selbst wenn diese auseinander gehen. Und das wiederum kann durchaus fruchtbar sein. Wenn man es schafft einen sachlichen Dialog mit einander einzugehen.
      LG

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