Mit 38 noch studieren?


Bin ich dafür nicht zu alt? Und bin ich überhaupt geeignet dafür?
Ist es die richtige Wahl? Oder vielleicht doch nicht?
Das und noch einiges mehr waren einige dieser Überlegungen, die durch meinen Kopf gingen, als ich mir die Frage stellte, ob ich „in meinem Alter“ nochmal mit sowas wie einem Studium beginnen sollte?
Schließlich sind die meisten Studenten wenn, dann Anfang zwanzig.

Ich glaube, solche Gedanken haben viele von uns. Sei es, wenn es darum geht nochmals eine Ausbildung zu beginnen und sich somit beruflich komplett neu zu orientieren. Oder eben ein Studium.
Schließlich beanspruchen beide Entscheidungen mehrere Jahre des eigenen Lebens.

Zumindest ging es mir damals schon so, als ich mich dazu entschied eine zweite Ausbildung zu beginnen. Damals mit 29.
Irgendwie lustig, denn schon damals dachte ich für eine zweite Ausbildung, die weitere 3 Jahre Zeit in Anspruch nehmen würde, zu alt zu sein. Schließlich, so zumindest meine damalige Erwartungshaltung an mich selbst, sollte man doch mit Ende Zwanzig, Anfang Dreißig mit beiden Beinen im Leben stehen…

Doch letzten Endes bereue ich diese Entscheidung keineswegs.
Im Gegenteil, ich denke, mich mit Ende Zwanzig dazu entschieden zu haben nochmals eine berufliche Neuorientierung vorzunehmen war auf jeden Fall richtig. Jedenfalls würde ich diesen Schritt jedes Mal von Neuem genauso gehen.

Doch vor allem, wenn ich so über alles nachdenke muss ich sagen: Man ist nie zu alt.
Nie zu alt Neues zu lernen.
Nie zu alt neue Erfahrungen zu sammeln oder das zu tun, was einen erfüllt und Freude bereitet.

Meist sind diese Limitierungen nur in unserem Kopf. Weil wir entweder selbst nicht an uns glauben. Oder vielleicht Angst haben zu versagen. Oder aber weil wir vielleicht den einen oder anderen Menschen in unserem Umfeld haben, der nicht so wirklich an uns glaubt und befürchten nicht genug Unterstützung und Rückhalt zu erfahren, sollten wir eine solche Entscheidung treffen.
Manchmal sind es mitunter auch finanzielle Gründe, die eine Limitierung darstellen können. Die Sorge, dass weniger Einkommen mit gewissen Einbußen verbunden ist.

Ich denke, die Gründe hierfür können vielseitig sein.

Ich für meinen Teil hatte das Glück mir um solche Gedankenkonstrukte keine Sorgen machen zu müssen.
Im Gegenteil, mein Umfeld, und damit besonders mein Mann, unterstützen mich in solchen Belangen immer sehr.
Auch damals schon als ich mich für eine zweite Ausbildung entschied.
Klar bedeutet es wieder die Schulbank zu drücken, weniger zu verdienen und damit verbunden, in anstehenden Prüfungszeiten mitunter weniger Zeit zu haben, doch alles in allem lohnt es sich in seine Bildung zu investieren.
Denn allein die Möglichkeit sich mehr und neues Wissen anzueignen, dazu zu lernen und seinen Erfahrungsschatz zu erweitern, ist es auf jeden Fall wert.

Mein Lebenslauf war noch nie besonders geradlinig verlaufen. Nach dem Motto: Schulabschluss – Ausbildung/Studium – Beruf. Im Gegenteil, im Laufe der Jahre nahm dieser so manche Umwege.

Damals, zumindest nach dem Fachabi, hatte ich nicht vor zu studieren. Es war mal ein Gedanke gewesen, eine Überlegung soetwas wie Kommunikationsdesign studieren zu wollen. Denn, weil ich damals gerne kreativ tätig war, lag für mich die Schlussfolgerung nahe beruflich in diese Richtung gehen zu wollen. Somit nahm ich dann auch mal an einer Mappenvorstellung, in welcher man seine kreativen Arbeiten zeigt und auf Eignung bewerten lässt, einer Fachhochschule teil.
Nichts desto trotz verwarf ich diese Idee dann doch wieder.
Dass ich dann irgendwann doch einmal sagen würde: Ich bin Studentin, irgendwie hätte ich das nie zu träumen gewagt. Und lange Zeit auch selbst nicht so recht in Erwägung gezogen.
Erst durch diverse Anstubser von außen sozusagen, dass das doch etwas für mich sein könnte, habe ich überhaupt begonnen mich mit dem Gedanken näher auseinander zu setzen.

Und desto mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr gefiel mir der Gedanke.
Also begann ich mich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und mich über verschiedene Studiengänge und diverse Möglichkeiten zu informieren.
Was mich dabei besonders zu interessieren begann, war der Studiengang der Gesundheitspsychologie.
Ein Teilgebiet der Psychologie, das sich aber mehr mit der wechselseitigen Beeinflussung von körperlichen Erkrankungen auf die Psyche und umgekehrt auseinander setzt. Sprich, den Menschen eher ganzheitlich betrachtet als sich allein auf die psychische Komponente festzulegen.

Nun ist es so, dass ich nicht an einer regulären Uni studiere und damit natürlich keine Vollzeitstudentin bin.
Sondern via Fernstudium neben Arbeit und Co. Somit ist die Studienzeit natürlich auch länger und, da vieles insbesondere online stattfindet, wie Tutorien, Videomaterial und diverse andere Lernunterlagen, hat man nicht immer einen direkten Ansprechpartner.
Im Gegenteil, vieles unterliegt dem eigenen Engagement.
Erwachsenenbildung, wie man so schön sagt.

Andererseits habe ich durch meinen Mann auch vor Ort einen Partner, mit dem ich mich jederzeit austauschen kann. Schließlich studieren wir beide an derselben Fernuni – der IU. Oder auch Internationale Hochschule mit vollem Namen.

Alles in allem bin ich froh diese Entscheidung getroffen zu haben.
Denn ich finde das Thema Gesundheit besonders in der heutigen Zeit sehr wichtig und auch vom Themengebiet her ziemlich spannend. Vor allem, weil es sich aus so vielen verschiedenen Komponenten zusammen setzt. Sei es unsere Ernährung, unsere Lebensgewohnheiten oder auch so manche psychischen Gegebenheiten. Themen, die ich hier und da mitunter auch in diversen Blogartikeln schon angeschnitten habe.

Jedenfalls freue ich mich jetzt schon sehr darauf was ich noch so alles dazu lernen werde.

Was sind eigentlich deine Erfahrungen?
Hast du auch erst später mit einem Studium begonnen? Oder studierst vielleicht gerade an einer Fernuni?

Fotos: Pexels.com

7 Kommentare zu „Mit 38 noch studieren?

  1. Ach cool!
    Ich glaube übrigens nicht, dass man je zu alt ist, um mit einem Studium zu beginnen 🤷 Klar, die Mehrheit ist in den frühen 20ern, aber mit mir hat beispielsweise auch ein Kommilitone angefangen, der Ü50 war. Und er war in der Erstiwoche auch fleißig mit feiern oder vor Corona ab und zu in den typischen Bars anwesend 🤭
    Ist ja im Grunde auch nix bei – weiterbilden und lernen sollte man immer „dürfen“ – egal wie alt man biologisch gesehen ist 🤷
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Hey,
      da hast du absolut recht.
      Alter ist sekundär, schließlich lernt man sein gesamtes Leben dazu :).
      Dementsprechend sollte man auch im Alter die Möglichkeit haben sich weiter zu bilden.
      Ich finde es auch immer wieder beeindruckend und sehr inspirierend, wenn besonders ältere Menschen nochmals solche Schritte gehen, statt sich von ihrem biologischen Alter limitieren zu lassen :).
      LG

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  2. Gratuliere! Man ist nie zu alt etwas zu tun, was man gerne möchte, wenn doch, merkt man das ziemlich schnell … 😉

    Ich habe auch mit 40 oder so ein Fernstudium als Heilpraktikerin absolviert, allerdings mit 12 Wochenendseminaren auf die ganze Studienzeit verteilt in Hamburg bei einer Heilpraktikerin. Das bereue ich auch nicht.

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    1. Danke dir ;).
      Ja, das stimmt. Man sollte sich von so etwas wie Alter nicht zurück halten lassen, wenn es darum geht seine Träume zu verwirklichen oder dem nachzugehen, was man möchte.
      Und finde ich toll, wenn du dich auch dazu entschlossen hast ;).

      LG

      Gefällt 1 Person

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