Gastbeitrag: Vitamin D so wichtig, wie noch nie?


Vitamin D ist ein besonderes Vitamin. Es kann einerseits über die Nahrung zugeführt werden und andererseits kann es unser Körper (unter Sonneneinstrahlung) selbst herstellen.
Doch gerade in den kalten Jahreszeiten bekommt unsere Haut deutlich weniger Sonne ab, wodurch das Risiko eines Mangels steigt.
Es erhöht sich aber nicht nur die Gefahr eines Mangels, sondern auch die Verbreitung von Viren nimmt in kalten Jahreszeiten zu (wie wir es an den steigenden Coronazahlen sehen).

In diesem Beitrag sollen daher folgende Punkte behandelt werden:

  • Die Funktionen von Vitamin D
  • Die Gefahr eines Mangels
  • Vitamin D und COVID-19


Vitamin D im Überblick

Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und übernimmt im Körper wichtige Aufgaben. Zunächst sollst du jedoch einen schnellen Überblick bekommen:

Bedarf:
Der Bedarf für Kinder, Jugendliche und Erwachsene liegt (laut DGE) bei ungefähr bei 20 µg pro Tag. Das gilt für eine Deckung ohne der Einwirkung von Sonnenstrahlen. (1)

Formen und Vorkommen in Lebensmittel (2):
In der Ernährung kommen zwei Formen vor: Vitamin D2 (in pflanzlichen Quellen) und Vitamin D3 (in tierischen Quellen). Vitamin D3 ist womöglich effektiver, um den Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen.

Quellen für Vitamin D3:

  • Lachs
  • Tunfisch
  • Sardinen
  • Eier
  • Pilze
  • Milch
  • Quellen für Vitamin D2:
  • Pilze
  • Hefe


Tipp für Veganer/Vegetarier:
Da Vitamin D vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommt, sollten Veganer/Vegetarier auf pflanzliche Milchalternativen achten, welchen Vitamin D zugesetzt wurde.

Wirkung von Vitamin D

Folgende Funktionen erfüllt Vitamin D in unserem Körper:

Gesunde Knochen

Wenn unsere Knochen zu wenig Kalzium zur Verfügung haben, hilft Vitamin D dabei, um die Kalzium-Aufnahme zu erhöhen.
Vitamin D übernimmt somit eine wichtige Rolle beim Knochenstoffwechsel und beugt Osteoporose vor. (3)

Vorbeugung von Krebserkrankungen

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Vitamin-D-Zufuhr mit dem Risiko von gewissen Krebserkrankungen zusammenhängt. (4, 5)
Beispielsweise zeigt eine Studie, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel womöglich die Gefahr von Darmkrebs reduzieren kann.
Allerdings benötigt es weitere Studien, um die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen zu bestätigen!

Typ 1 Diabetes

Eine Studie zeigt, dass die Supplementation von Vitamin D das Risiko von Diabetes Typ 1 bei Neugeborenen reduzieren kann. (6)
Auch hier benötigt es weitere Untersuchungen, um die Relevanz bisheriger Erkenntnisse zu überprüfen.

Symptome eines Mangels

Folgende Symptome deuten auf einen Vitamin-D-Mangel hin:

  • Osteoporose (7)
  • Geringe Knochendichte
  • Häufige Infektionen (8)
  • Müdigkeit (9)

Gefahr eines Mangels?

In vielen Ländern sind große Teile der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin D versorgt. Das gilt auch für Deutschland! (10)
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie unser Körper seinen Vitamin D Bedarf decken kann:

  • Durch Lebensmittel
  • Durch Aussetzung von Sonnenstrahlen
  • Durch Supplemente

Die DGE weist darauf hin, dass die Zufuhr von Vitamin D über die Ernährung womöglich unzureichend sei und mit Sonneneinstrahlung oder Supplementen ergänzt werden sollte.
Vitamin D kann im Körper gespeichert werden, wodurch das produzierte Vitamin D in den warmen Monaten für kalte Monate herangezogen werden kann. Jedoch funktioniert dieses Prinzip nicht für jede Person gleichermaßen!

Zu den Risikogruppen zählen (11):

  • Personen, die sich selten in der Sonne befinden
  • Ältere Menschen
  • Dunkelhäutige Personen
  • Säuglinge
  • Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen

Veganer oder Vegetarier scheinen kein höheres Risiko von Vitamin-D-Mangel zu haben, trotz der wenigen pflanzlichen Lebensmittel, welche das Vitamin D beinhalten.
Dennoch ist es empfehlenswert auf vegane Milchalternativen zu achten, welche mit Vitamin D angereichert sind. Durch Betrachtung der Inhaltsstoffe kannst du diesen Faktor schnell überprüfen.

Vitamin D und Corona

Im letzten Teil von diesem Artikel möchten wir uns die Studienlage bezüglich COVID-19 ansehen und eine (vorsichtige) Einschätzung treffen, inwiefern Vitamin D mit Corona in Beziehung stehen könnte
Zusammenhang mit dem Immunsystem
Der wohl am besten erforschte Vorteil von Vitamin D betrifft den Aufbau von gesunden Knochen. Doch Vitamin D ist ebenfalls an der Funktionsweise unseres Immunsystems beteiligt.
Das ganze Jahr über ist unser Immunsystem mit der Abwehr von Viren beschäftigt. In den kalten Jahreszeiten sind wir allerdings besonders anfällig an Viren zu erkranken.
Der Grund dafür ist, dass unser Immunsystem in kalten Umgebungen schlechter funktioniert. (12) Dazu kommt, dass wir mehr Zeit gemeinsam in Innenräumen verbringen, was den Austausch von Viren ebenfalls begünstigt.
Studien zeigen, dass Vitamin D (während Infektionen) an zellulären Vorgängen des Immunsystems beteiligt ist. (13) Diese Tatsache legt nahe, dass ein niedriges Level an Vitamin D die ganzheitliche Funktion des Immunsystems beeinträchtigt.
Tatsächlich kann diese Schlussfolgerung auch bestätigt werden.

Vitamin D und Infektionen
Eine umfangreiche Metaanalyse, welche 25 Studien und insgesamt 11.000 Personen umfasst, zeigte, dass die Supplementierung mit Vitamin D3 das Risiko an Atemwegsinfektionen zu erkranken, senken kann. (14)
Demnach scheint eine adäquate Zufuhr von Vitamin D auch gegen Grippe und Erkältungen zu schützen.

Vitamin D und COVID-19
Trotz der noch jungen Geschichte von COVID-19 wurden bereits einige Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob Vitamin D das Immunsystem gegen Coronaviren unterstützen kann.
Allerdings muss angemerkt werden, dass es sich dabei um erste Erkenntnisse kleinerer Studien handelt und sich darunter Pilotstudien befinden, welche ihre Limitationen haben.
Eine Studie von Rastogi et al. (2020) zeigte, dass eine hohe tägliche Dosis von Vitamin D3 (60000 IE) die Dauer der Erkrankung bei milden Verläufen gegenüber einer Kontrollgruppe reduzierte. (15)
Beachten(!): Dabei wurde eine sehr hohe Dosis von Vitamin D3 verwendet, welche nur unter ärztlicher Aufsicht genommen werden sollte.

Eine weitere Studie von Castillo et al. (2020) stellte fest, dass Vitamin D3 auch bei schweren Erkrankungen den Verlauf verbessern konnte. Dabei wurde den Patienten mehrmals Vitamin D3 verabreicht, wobei die erste Dosis zu Beginn des Krankenhausaufenthalts erfolgte. (16)
Die größte Limitation dieser Studie war, dass es sich nicht, um eine (Placebo-)kontrollierte randomisierte Doppelblindstudie handelte.

Auch Metaanalysen wurden bereits veröffentlicht, welche die Ergebnisse mehrere Untersuchungen zusammenfassen. Eine von solchen Analysen stammt von Liu et al. (2021), welche zeigte, dass Personen mit einem Vitamin-D-Mangel eine 43% höhere Wahrscheinlichkeit haben, sich mit COVID-19 zu infizieren. (17)
Dabei handelte es sich, um Beobachtungsstudien, welche nicht über die wissenschaftliche Qualität von randomisierten Untersuchungen verfügen.
Auch die weiteren Publikationen zu diesem Thema bestätigen den Eindruck der eben genannten Studien. Vitamin D scheint unser Immunsystem gegen COVID-19 zu unterstützen, sodass Verläufe gemildert (und Infektionsrisiken reduziert) werden. Jedoch handelt es sich dabei meistens um Studien mit kleinen Stichproben.


Fazit

Vitamin D ist ein besonderes Vitamin, da es auch ohne Nahrung über die Einwirkung von Sonnenstrahlen im Körper hergestellt werden kann.

Veganer und Vegetarier, welche in den kalten Monaten ihren Bedarf decken möchten, sollten auf Milch- und Joghurtalternativen achten, welchen Vitamin D zugesetzt wurde.

Alternativ gibt es auch vegane Vitamin D Supplemente, welche in Apotheken gekauft werden können.

Vitamin D erfüllt in unserem Körper eine Reihe von Aufgaben, wobei nur wenige Personen wissen, dass es auch einen Einfluss auf unser Immunsystem gibt.

Tatsächlich zeigen die ersten Erkenntnisse aus Studien, dass Vitamin D auch gegen COVID-19 eingesetzt werden kann.

Dennoch benötigt es weitere und umfangreichere Studien, um diesen Eindruck zu verifizieren.


Quellen
(1): https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/
(2): https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780128099636000602
(3): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21872800/#:~:text=Vitamin%20D%20supplementation%20may%20decrease,year%20may%20have%20adverse%20effects.
(4): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17296473/
(5): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19523595/
(6): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11705562/
(7): https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0022510X11005430
(8): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7281985/
(9): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26543719/
(10): https://academic.oup.com/ajcn/article/103/4/1033/4662891
(11): https://edoc.rki.de/handle/176904/551
(12): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17705968/
(13): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3901706/
(14): https://www.bmj.com/content/356/bmj.i6583
(15): https://pmj.bmj.com/content/early/2020/11/12/postgradmedj-2020-139065
(16): https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764
(17): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33401034/

Über den Gastautor:

Beinahe täglich lerne ich Neues, über die Vorzüge einer pflanzlichen Ernährung. Auch in diesem Artikel konnte ich mir vieles selbst beibringen.  Mein Name ist Philipp und ich studiere Betriebswirtschaft in Wien, arbeite in einem kleinen Start-up und bin zertifizierter Personaltrainer. 
Aus ethische Gründe habe ich mich dazu entschlossen auf tierische Produkte weitestgehend zu verzichten. Für mich fühlt es sich toll an. Vor allem diesen ethischen Konflikt nicht mehr ständig auszutragen. Doch bei meiner Umstellung zu einer pflanzenbasierten Ernährung fehlte mir eine Community, welche mir pflanzliche Alternativen, vegane Restaurants oder simple Rezepte übersichtlich zeigte. Mit der V-Gang versuche ich diese Lücke nun selbst zu schließen.

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