Intuitives Essen. Und warum wir genau das verlernt haben.


Was bedeutet ein normales, oder gesundes Essverhalten heute überhaupt?
Für mich bedeutet es ganz einfach das zu essen worauf ich Lust habe. Mal gesund, auch mal etwas Süßes oder Junkfood. Ohne darauf achten zu müssen wie viele Kalorien es beinhaltet oder mir Sorgen um die Menge zu machen. Einfach so viel zu essen wie ich möchte und als erwachsener Mensch benötige, und mich dabei wohl zu fühlen.
Doch so simpel das für mich auch klingt, nicht jedem geht es genauso.

In unserer heutigen Zeit gibt so viele unterschiedliche Ernährungsweisen. Begonnen bei Paleo, über Lowcarb, High Carb, Keto, vegan, vegetarisch, Rohkost, Vollwerternährung, bis hin zu basischer Ernährung usw. Und darunter gibt es dann auch wieder etliche Diäten, die alle ein und dasselbe versprechen – schnelle Gewichtsabnahme. Denn gerade das ist so ein Thema in unserer heutigen Gesellschaft. Weil wir mit unserem Gewicht unzufrieden sind, es gerne reduzieren würden, sehnen wir uns nach schnellen Lösungen.
So sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 59% der Männer und 37% der Frauen in Deutschland übergewichtig. Am Ende des Berufslebens seien es bei den Männern sogar 74,2 % . Bei den Frauen im gleichen Alter 56,3 %.
Man kann folglich sagen, dass inzwischen ungefähr die Hälfte der deutschen Bevölkerung übergewichtig ist. Und davon ein Viertel krankhaft übergewichtig.(Quelle)

Nun gibt es hierbei mehrere Faktoren, wie es zu dieser Entwicklung kommen kann. Das Eine sind Essstörungen, wo Betroffene beispielsweise kein Sättigungsgefühl empfinden. Oder aber auch an Frustessen leiden. Es kann aber auch an falscher Ernährung liegen, mangelnder Bewegung usw. Wie auch immer, wenn man an den Punkt kommt mit seinem Gewicht unzufrieden zu sein und dieses reduzieren zu wollen, dann sehnen sich die meisten nach einer schnellen Lösung. Und hier greifen dann nicht selten Diäten.
Von Saftfasten, über Kohlsuppen-Diät, sogar die sogenannte HCG-Diät, bei der sich Anwender dieser Diätform Schwangerschaftshormone spritzen (nicht selten mit einigen Nebenwirkungen), oder Shake Diäten, welche ganze Mahlzeiten ersetzen.

Wenn es um ein Essverhalten geht, welches man dauerhaft praktizieren kann, so halte ich von Diäten nichts. Denn es sind nur kurzfristige Lösungen, die sicher zu einer Gewichtsreduktion führen, einem aber kein gesundes Essverhalten beibringen. Und gerade das ist aber wichtig. Als Grundbasis sozusagen.
Übergewicht ist in Sachen Essverhalten die eine Seite. Untergewicht und daraus resuliterende Essstörungen die andere Seite. Eines haben beide Seiten jedoch oftmals gemeinsam – man hat irgendwann verlernt was ein gesundes Essverhalten bedeutet.
Und Diäten betrachte ich hierbei oftmals als etwas, das eher zu einem gestörten, als zu einem gesunden Essverhalten führen kann.

 

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Diäten meist Ursache statt Lösung

Oftmals kämpfen Abnehmwillige mit zahlreichen Diäten und den unterschiedlichsten Regeln, zählen Kalorien, verzichten. Teilweise ist jedoch gerade der Marathon von einer Diät zur nächsten mit verantwortlich für überschüssige Pfunde und daraus resultierende Unzufriedenheit.
Diäten können mitunter auch den Stoffwechsel derart herunter fahren, dass man gerade dadurch vermehrt Fett einlagert und Heißhungeranfälle bekommt. Dies bewirkt dann der sogenannte Hungerstoffwechsel.

Zudem kann die Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel oder das Aufkommen von Schuldgefühlen, von Versagensgefühlen wiederum ein gestörtes Essverhalten bestärken.

Egal wie man es dreht oder wendet, kommt man irgendwann, nicht daran vorbei sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen wie das Essverhalten aussehen soll, das man dauerhaft praktizieren möchte.
Hierbei hört dann niemand gerne so etwas wie: Gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Doch was so „langweilig“ klingt, ist oftmals, wie ich finde, Kern der Sache.

Der Vorteil des intuitiven Essens besteht vor allem darin, dass man ein positives und befreites Essverhalten entwickelt, sein Wohlfühlgewicht auf zwanglose Art und Weise hält bzw. erreicht und zudem die eigene Lebensqualität und die Genussfähigkeit erhöht.

 

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„Trendbegriff“: Intuitives Essen. Und wie es funktioniert.

Eigentlich ist es etwas ganz simples. Und eigentlich auch nichts Neues. Im Prinzip ist intuitives Essen genau das was man als normales, menschliches Essverhalten bezeichnen kann.
Man isst, wie der Begriff schon sagt, intuitiv. Verspüre ich Hunger, esse ich. Verspüre ich Sättigung, höre ich auf.
Im Grunde geht es darum auf seinen Körper zu hören. Und dadurch auch mitunter sein Gewicht zu reduzieren. Abnehmen also anders. Ohne strikte Regeln, ohne Kalorienzählen und all das.

Hunger äußert sich oftmals durch das Gefühl eines leeren Magens, durch Magenknurren, ein leichtes Schwächegefühl oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Was die Lebensmittelauswahl betrifft, so richtet sich diese nach dem Gefühl sowie jeweiligen Appetit. Wichtig bei der Auswahl der Lebensmittel ist auch der Aspekt, dass diese dem Körper gut bekommen.
Ein sehr hilfreicher Aspekt ist hierbei insbesondere achtsames Essen. Bei dem man sich ganz genau darauf konzentriert was man isst, wie es schmeckt und wie es sich im Körper anfühlt, da man hierbei die körperlichen Sättigungssignale deutlicher wahrnimmt und spürt.

So kann man sich beim intuitiven Essen auch nicht überessen. Da man aufhört, wenn man angenehm gesättigt ist. Verspürt man nach einiger Zeit wieder Hunger, so soll wieder guten Gewissens gegessen werden.

 

Essen
Von verlerntem gesunden Essverhalten

Für ein gestörtes Essverhalten gibt es, wie gesagt, viele Ursachen. Doch eines der Probleme unserer Gesellschaft, gerade wenn es um den gesundheitlichen Aspekt geht, ist wie ich finde gerade jenes, dass wir verlernt haben was ein gesundes Essverhalten überhaupt ist.
Hierbei geht es dann weniger um die Form der Ernährung. Ob Mischkost, vegetarisch oder vegan oder was auch immer. Sondern um die Grundbasis des Ganzen. Die Menge, die Art der Lebensmittel (ob Junkfood, oder gesund) sowie um unseren Lebenswandel im Allgemeinen. Bewegen wir uns ausreichend oder nicht? Essen wir eher spät abends? Ignorieren wir unseren Hunger vielleicht und haben dann später Heißhungerattacken?

Liegt ein psychisch bedingtes Problem, also eine Essstörung oder eine andere Erkrankung vor, welche ein gestörtes Essverhaten bedingt, so ist es ratsam sich hierbei primär professionelle Hilfe zu suchen.
Ist dem nicht so, so halte ich intuitves Essen für sehr empfehlenswert. Man isst  wann man hungrig ist. An einem Tag vielleicht mal mehr als an einem anderen. Mal auch was Süßes oder zwischendurch etwas nicht ganz so Gesundes. Doch im Endeffekt schafft alles von selbst seinen Ausgleich. Man überisst sich nicht, empfindet keine Schwere im Magen. Und man muss keine Kalorien zählen, kein schlechtes Gewissen haben.

Gerade diesen gesunden Bezug zu unserem Körper und dessen Signalen haben wir irgendwo verlernt. Mitunter begünstigen das heutzutage auch unsere Lebensumstände. Dass wir uns Essen heutzutage einfach bestellen können, gar nicht mehr selbst kochen müssen. Dass manche Lebensmittel so stark verarbeitet und mit Fett und Zucker sowie diversen Geschmacksverstärkern angereichert sind. Oder dass wir uns teilweise kaum noch bewegen.

Wenn es darum geht auf meinen Körper zu hören, so signalisiert dieser einem bei einem gesunden Essverhalten auch, dass es ihm nicht gut tut jeden Tag Junkfood zu konsumieren. Oder dass er mal weniger möchte, vielleicht auch mal leichtere Kost.
So wird Essen nicht zu einem Dogma und auch nicht zu Verzicht, sondern zu etwas Gesundem.

10 Kommentare zu „Intuitives Essen. Und warum wir genau das verlernt haben.

  1. Ich denke das bei vielen Menschen das Essverhalten derart gestört ist, daß sie ohne Hilfe zu keinem intuitiven Essverhalten mehr kommen können. Der Körper ist auf Kohlenhydrate und oder Fett programmiert. Hinter die wirklichen Essbedürfnisse zu kommen, schafft man da alleine nicht mehr.

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      1. Der Mensch verlernt immer mehr das eigenständige Leben. Abhängig von Discountern und Leuten, die ihnen erzählen wie man zu leben hat. Man weiß nicht mehr wie befriedigend es ist, über sich selbst zu bestimmen. Selbst zu wissen was gut, was schlecht für die eigene Person.

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      2. Das stimmt. Wir sind von sehr vielen Einflüssen von außen umgeben.
        Gerade in Bezug auf Ernährung gibt es mittlerweile so viele verschiedene Konzepte…

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      3. Hier wird so getan, als ob unsere Vorfahren in jeder Epoche ’nen Bioladen um die Ecke gehabt hätten: Das „Intuitive“ am Essen besteht seit je her aus den Zuständen „satt“ und „nicht satt“. Ansonsten macht der Mensch nur das, was er immer schon gemacht hat: Er frisst, was er findet und so viel er reinkriegt. Den Rest nimmt er mit nach Hause.
        Früher waren das Tiere und Pflanzen, heute ist halt der Junk überall verfügbar.
        Dass die Urvölker schlank oder gesund sind, sei jetzt auch mal hingestellt. Im Buch „The hungry brain“ wird mal exemplarisch beschrieben, wie sich so ’n Urvolk ernährt: Bei Festen trinken die Honig! Die ernähren sich so kalorienreich wie nur irgend möglich, legen sich sofort nach dem Essen schlafen, um Energie zu sparen. Der einzige Grund, warum die nicht völlig auseinandergehen, ist, dass es zwischendurch immer wieder Hunger-Perioden gibt. Da ist nichts intuitiv. Mensch isst, was Mensch findet.
        Was dabei rauskommt, wenn *ich* intuitiv esse, sieht man ja auf meinem Blog.
        Außerdem: Wer fett ist, muss sich deswegen nicht ungesund ernähren. Fettsein ist bis zu einem gewissen Maß das Gesündeste, was man seinem Körper antun kann. Leider sieht so’n Schwabbel-Körper in den Promi-News halt nicht besonders toll aus. Das ist in unserer heutigen Zeit aber natürlich wichtiger.
        Fazit: Der Mensch hat überhaupt nichts verlernt. Er macht genau das, was er machen soll. Er geht auf Nahrungssuche, haut sich so viel rein, wie er reinkriegt, nimmt den Rest mit nach Hause. Heutzutage halt im Supermarkt.

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      4. Hallo :),

        hm, um ehrlich zu sein verstehe ich nicht wo du denkst, dass in diesem Beitrag so getan wird als hätten unsere Vorfahren einen Bioladen um die Ecke gehabt.
        Es ist richtig, intuitives Essen bedeutet sich nach dem eigenen Körpergefühl von Sättigung und Hunger zu orientieren. Und gerade hier haben viele mit Problemen zu kämpfen, verfügen beispielsweise nicht mehr über ein Sättigungsgefühl. Oder manche können schon gar nicht mehr sagen wann sie denn hunger haben.
        Gewiss hat man früher sich satt gegessen, doch wie du selbst sagst gab es damals sowie in heutigen Naturvölkern dann auch wieder Perioden des Verzichts die das Ganze wieder ausgegeglichen haben. Und das ist eben durch die heutigen Gesellschaftsstrukturen mit ständig verfügbarem Junkfood eben nicht mehr so.

        Sicher verbreiten Medien ein teils falsches Bild wie der menschliche Körper sein sollte. Doch darum geht es in meinem Beitrag ja nicht.
        Vielmehr ist es für viele heute zu einem Problem geworden sich zwischen Diäten und Überfluss an Essensangeboten in Bezug auf ein gesundes Essverhalten zurecht zu finden.

        Fett sei gesund, sagst du.
        Wenn du damit etwas Übergewicht meinst, so ist das tatsächlich gesund. Wenn es jedoch in den Bereich Adipositas geht, so sehe ich das anders.

        Lg

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      5. Intuitiv essen bedeutet also zu essen, worauf man Lust hat und so viel man Lust hat. Also genau dass, was all die Übergewichtigen und angeblich ernährungsbedingt Kranken die ganze Zeit über gemacht haben. Diese Leute haben auf ihren Körper gehört. Nur leider hatte deren Körper halt Lust, jeden Tag fünf Liter Cola zu trinken und vor dem Schlafengehen war da immer noch dieses unerklärliche Verlangen nach Kartoffel-Chips.
        Jetzt werdet ihr sagen, dass es klar sein sollte, dass das damit nicht funktioniert. Das Essverhalten der Person ist gestört und sie sollte doch endlich mit dem richtigen intuitiven Essen anfangen.
        Wie kommt diese Person also von ihrem gestörten intuitiven Essen zum gesunden intuitiven Essen? Ganz einfach:

        Phase 1: Gestörtes intuitives Essen (= fett)
        Phase 2:
        Phase 3: Gesundes intuitives Essen und endlich schlank

        Phase 2 wird allerdings auf den paar Seiten, die ich dazu gefunden habe, überhaupt nicht erklärt. Nach achtsam essen, wo wenigstens noch das Besteck zur Seite gelegt wird, um dem Sättigungsgefühl Zeit zum Ankommen zu geben (was übrigens wirklich was bringen kann) wird beim Intuitiven Essen noch mehr heiße Luft verkauft. Wir müssen noch weniger tun, um schlank und gesund zu werden. Denn:

        >>>
        Man isst wann man hungrig ist. An einem Tag vielleicht mal mehr als an einem anderen. Mal auch was Süßes oder zwischendurch etwas nicht ganz so Gesundes. Doch im Endeffekt schafft alles von selbst seinen Ausgleich. Man überisst sich nicht, empfindet keine Schwere im Magen. Und man muss keine Kalorien zählen, kein schlechtes Gewissen haben.
        <<<

        Prima. Geht alles ganz von selbst. Nur warum ging das all die Jahre vorher nicht?

        Falls hier jetzt irgendwer denkt, ich ziehe hier etwas ins Lächerliche: Das macht diese Ernährungsform bei genauerem Hingucken leider schon selber. Man muss kein Arzt sein, um das zu erkennen. Man muss allerdings so'n hübscher Arzt wie Fr. Doktor von intueat sein, um den Leuten so was als ernsthafte Ernährungsform verkaufen zu können.

        Intuitives Essen bezieht sich eben nicht nur auf das Hunger- und Sättigungsgefühl. Intuitives Essen heißt, intuitiv genau das zu essen, was der Körper braucht. Ich brauche diesen Nährstoff, also bekommt mein Körper quasi von selbst Appetit auf das entsprechende Nahrungsmittel.
        Das hat unser Körper also irgendwann mal gekonnt und dummerweise leider irgendwie verlernt. (Hab mal von so 'nem Experiment mit Babies gehört. Die haben interessanterweise angeblich immer genau in die richtige Schüssel mit dem Nahrungsmittel gegriffen, dessen besondere Nährstoffe sie brauchten. Ob das jetzt der Beweis für intuitive Ernährung ist – ich kann mir nicht vorstellen, dass Wissenschaftler das gleich so absolut auslegen würden.)
        Wo soll der Körper das gelernt haben? Geschmack wird anerzogen: Wenn man was oft genug isst, schmeckt's einem irgendwann. Für die Inuit ist das lebenswichtig: Ein Inuit darf nicht intuitiv Appetit auf Sachen haben, die am Nordpol gar nicht wachsen, obwohl er die Nährstoffe dringend bräuchte. Da wächst einfach nichts. Darum haben die halt ne geringere Lebenserwartung. Die sind mangelernährt.
        Dass irgendwelche Naturvölker gesünder essen als der moderne Mensch ("heutzutage") ist eine oberflächliche Romantisierung (die Behauptung wird im Text nicht direkt aufgestellt, aber ich interpretiere den Text an dieser Stelle dahingehend). In der Regel dürfte es eher ein Hin- und Her aus längerfristiger Über- und Mangelernährung sein.
        Ich hab's an mir selbst erlebt: Um von dem ganzen künstlichen Zeug runterzukommen, hab ich irgendwann angefangen, Kidney-Bohnen selbst zu kochen und ohne alles zu essen (im Vergleich zu Dosen-Kidney-Bohnen): Leute, ich war noch nie nach einem Löffel so satt. Es hat mir absolut nicht geschmeckt. Mittlerweile kann ich die ständig und mit großem Genuss essen. Bei Mandeln war's genauso.
        Das meine ich mit "Bioladen": Den nicht-modernen Menschen steht diese große Auswahl an Nahrung (= Nährstoffen) gar nicht zur Verfügung, als dass sie wissen könnten, was gut für sie ist. Und selbst wenn diese Fähigkeit einfach angeboren wäre: Was würde sie in dieser Umgebung nützen? Der Mensch muss sich von dem ernähren, was ihm zur Verfügung steht.

        Was das Übergewicht betrifft: Ich lese immer häufiger, dass der Körperfettanteil (KFA), ab dem Körperfett wirklich ungesund wird, sehr viel höher liegt, als unsere ästhetischen Maßstäbe das vermuten lassen. Da versagen vermutlich längst die Gelenke, ehe das Fett selbst zum Problem wird.
        Die letzte Studie, die ich zum Thema gelesen habe, befasste sich mit Adipositas und Mortalität mit dem überraschenden Ergebnis, dass selbst extremes Übergewicht ab 'nem gewissen Alter so gut wie keine Rolle mehr spielt (ab dem 55. Lebensjahr, wenn ich mich recht erinnere). Dass extrem dicke Leute nicht alt werden, sieht immer mehr nach 'nem Gerücht aus. Ich möchte hier aber auch keine voreiligen Schlüsse ziehen.

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      6. Wenn du die Frage stellst ob auf seinen Körper zu hören bedeute massig Kartoffelchips, Cola und Fastfood zu konsumieren, denn „der Körper sagt es“, dann wird dir wohl selbst klar sein, dass genau das nicht damit gemeint ist ;).

        Denn ein gesundes Essverhalten ist auch gekoppelt an ein gesundes Zusammenspiel eben zwischen dem Körper, aber auch dem Geist.
        So sollte man seine Vernunft nicht einfach ausschalten, wenn der Körper ständig nur nach Junkfood verlangt zum Beispiel.
        Ein gesundes Verhältnis zwischen beidem muss teilweise auch erst gelernt werden bzw. fällt manchen schwer. Besonders, wenn eine Essstörung oder auch ein gestörtes Essverhalten dahinter steckt.
        Insofern ja, intuitives Essen entspräche der Phase 2. So esse ich zum Beispiel. Mal mehr, mal weniger. Mal was Süßes, dann wieder mehr Gesundes. Und alles schafft von selbst seinen entsprechenden Ausgleich.
        Doch das musste ich auch erst einmal lernen. Nur war es bei mir nicht das Überessen, sondern das Verwehren von Essen, das das Problem darstellte.

        Das klingt nun von außen betrachtet sicher einfach. Das Problem für viele ist in diesem Bereich ja Phase 1. Und das betrifft nicht nur jene, die übergewichtig sind. Es betrifft alle, die ein gestörtes Essverhalten haben. So eben auch die andere Richtung, wo man sich beispielsweise Essen verwehrt, sich nicht erlaubt oder schlichtweg zu wenig isst. Denn es gibt viele Formen gestörten Essverhaltens. Sich zu überessen ist nur eine Form davon.
        Naturvölker haben hierbei andere Faktoren, die ihr Leben verkürzen können. Zudem entspricht sich den Magen vollzuschlagen und dann wieder Phasen des Verzichts zu haben eher dem heute verbreiteten Intermittierenden Fasten und weniger dem was allgemein mit inutivem Essen gemeint ist. (Nur so am Rande :))
        Dein Beispiel mit den Kidneybohnen finde ich klasse. Denn ja, oftmals ist das eigene Essverhalten teils anerzogen. So zum Beispiel durch die Gesellschaftsstrukturen, was als normal, notwendig gilt oder an Traditionen geknüpft ist. Aber auch was Eltern ihren Kindern vorleben, was Zuhause gekocht wird und was in diesem Zusammenhang einem Kind beigebracht wird. Zum Beispiel es solle stets seinen Teller aufessen (selbst wenn es schon satt ist und nicht mehr möchte).
        Oder aber auch das was man sich selbst beibringt. Als Beispiel dass man sich einredet gewisse Gemüsesorten nicht zu mögen ohne diesen eine faire Chance gegeben zu haben, teilweise indem man von vornherein etwas verneint ohne es mal probiert zu haben.
        Sicher, Ernährung hängt auch von den jeweiligen Umständen ab. So ernährten sich früher nicht alle Menschen gleich, genauso wie heute.
        Im Allgemeinen kann man in der ersten Welt (und darauf bezieht sich mein Artikel) schon sagen, dass die Lebensmittelauswahl weitestgehend einheitlich ist.
        Was Studien angeht, so kommt es immer wieder auf die Art der Studie an, von wem sie durchgeführt wurde usw. Es spielen viele Faktoren eine Rolle.
        Einzelne Studien hier und da gibt es dann immer mal wieder. Aussagekräftiger, um wirklich fundierte Auskunft über einen Sachverhalt geben zu können, sind dann eher Metaanalysen.

        Studien hin oder her, extremes Übergewicht ist schon alleine für sich eine körperliche Einschränkung. Das berichten auch viele Betroffene, dass sie schneller schwitzen oder eben gewisse Dinge aufgrund der Körperfülle nicht tun können. Zudem ist Übergewicht nach wie vor medizinisch betrachtet ein Risikofaktor für viele verschiedene Krankheiten. Vor allem extremes Übergewicht, wovon wir hier ja sprechen.
        Dass die Menschen trotzdem immer älter werden, liegt dann letzten Endes auch an entsprechender medizinischer Versorgung. Doch ob Tablettencocktails eine zufriedenstellende Lösung sind auf Dauer, denke ich nicht. Doch damit wird dann das Leben auch bei extremem Übergewicht verlängert und Krankheiten in Schach gehalten, ja.

        Die Frage ist, wenn man von extremem Übergewicht und Gesundheit spricht, mit welcher Lebensqualität man alt wird.

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