10 Diät-Mythen und warum sie keinen Sinn machen.


Auf dem Weg zur gewünschten Traumfigur gibt es so einige Mythen. Behauptungen oder vermitteltes Wissen, von dem man zu profitieren glaubt, die einen letzten Endes noch mehr im Wirrwarr der Ernährungsphilosophen versinken lassen. Denn selten blicken wir durch welche Informationen korrekt, und welche inkorrekt sind.

An dieser Stelle habe ich mich mit ein paar gängigen Diät-Mythen beschäftigt, die mir im Laufe der Zeit immer wieder mal begegnet sind. Vielleicht kommen ja auch dir ein paar davon bekannt vor.

#1 Abends essen macht dick

Wer kennt es nicht, der Rat nach 18 Uhr nichts mehr zu essen. Denn eine zu späte Nahrungsaufnahme sorge für unnötige Pfunde.
Ganz so drastisch ist das wiederum nicht. Denn letzten Endes kommt es auf die Kalorienbilanz des gesamten Tages an. Isst man spät abends noch ein üppiges Mahl, mit Nachtisch und diversen Naschereien, ja, dann kann das durchaus zu einer Zunahme am nächsten Tag führen. Vorausgesetzt natürlich man nimmt dadurch mehr Kalorien zu sich, als man verbrennt.

#2 Von Lightprodukte kann man bedenkenlos mehr essen

Lightprodukte beinhalten oftmals zwar weniger Fett, enthalten dafür aber mehr Zucker oder Süßstoff, der wiederum nebenbei den Appetit anregt. Nicht selten ist man dann eher geneigt mehr dieser Lightprodukte zu essen, was wiederum kontraproduktiv ist, möchte man doch Kalorien einsparen. Daher, Lightprodukte sind per se nicht schlecht, sollten aber nicht in doppelter oder dreifacher Menge konsumiert werden. Denn auf diese Weise nimmt man schlussendlich mehr Kalorien zu sich als man es wohl mit dem normalen Produkt getan hätte.

#3 Kohlenhydrate sind schlecht für die Figur

Ein Glaube, der sich leider immer noch hält. Dabei sind Kohlenhydrate alles andere als schlecht. Im Gegenteil, sie sind sogar ziemlich gesund und liefern unserem Körper nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern auch Energie. Zum Beispiel benötigt unser Gehirn Glucose um seine Leistung zu vollbringen.
Dass Kuchen, Schokolade und Gummibärchen viele Kalorien enthalten und damit langfristig dick machen, stimmt, keine Frage. Doch langkettige Kohlenhydrate wie in Nudeln, Reis und Brot aus Vollkorn, sind nicht nur oftmals die gesündere Variante, sie halten auch länger satt.
Zudem enthalten Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse auch wichtige Ballaststoffe, die in Form unverdaulicher Pflanzenstoffe wiederum die Verdauung anregen und damit einen schnellen Stoffwechsel begünstigen.

#4 Orangen und Zitronen sind Fettkiller

So manchen Früchten wird nachgesagt, dass sie insbesondere die Fettverbrennung ankurbeln sollen. Egal ob der regelmäßige Verzehr von Orangen oder das oftmals beliebte Zitronenwasser direkt nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Gegen ein Extra an Vitaminen spricht nichts. Nichts desto trotz, zwar spielt Vitamin C in der Fettverbrennung eine gewisse Rolle, dass es aber tatsächlich Körperfett schmelzen lässt, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
Deshalb Obst als Bestandteil einer gesunden Ernährung ist durchaus sinnvoll, um unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Ein Nahrungsmittel allein wird jedoch wohl kaum zur Wunderwaffe gegen die Fettpolster werden.

#5 Eiskaltes Wasser verbrennt Kalorien

Eiswasser soll das Wundermittel schlechthin sein. Denn, trinkt man sein Wasser möglichst kalt, muss der Körper zusätzliche Energie in Form zusätzlicher Kalorien aufwenden, um dieses zu wärmen.
Das stimmt zwar, dennoch ist der Zugewinn verbrauchter Kalorien schwindend gering. Lediglich 30 Kalorien mehr werden auf diese Weise pro Liter Wasser zusätzlich verbraucht.
Viel zu trinken ist auf jeden Fall gesund, es muss jedoch nicht unbedingt eiskaltes Wasser sein. Normal temperiertes reicht vollkommen.

#6 Wer Sport macht, kann so viel essen wie er will

Das stimmt so nicht ganz. Zwar ist regelmäßige Bewegung durchaus gesund und auch sehr empfehlenswert, wenn es um die Optimierung der eigenen Gesundheit, aber auch die Prävention von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht. Dennoch nur weil man regelmäßig Sport macht, kann man auch nicht einfach alles und so viel essen wie man gerade möchte. Denn nicht selten wird der tatsächliche Kalorienverbrauch unterschätzt.
Intensiver Kraftsport zum Beispiel verbraucht pro Stunde zwischen 250 bis 400 Kalorien. Ausdauersport bei hoher Intensität im Durchschnitt bis maximal 600 bis 700 Kalorien.
Man muss sich also schon in seinem Training richtig ins Zeug legen um möglichst viele Kalorien zu verbrennen. Trainiert man eher moderat und nicht an der Leistungsgrenze, ist der Verbrauch unter Umständen noch weit geringer.
Um die Vorteile regelmäßiger Bewegung zu genießen, macht es also durchaus Sinn auch auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

#7 Vegane/vegetarische Ernährung macht generell schlank

Nicht selten heißt es: Versuch es doch mal mit veganer oder vegetarischer Ernährung, damit wirst du mit Sicherheit abnehmen. Denn Veggies sind ja generell schlanker als Mischköstler.
Nicht unbedingt. Denn ja, es gibt auch dicke Veganer. Und vegane oder vegetarische Ernährung ist nicht automatisch gesund, nur weil Tierprodukte weggelassen werden. Es kommt immer, wie bei jeder Ernährungsform darauf an, wie man diese gestaltet und umsetzt.
Ernährt man sich vorwiegend von Fertiggerichten und viel Naschwerk, ja, dann wird es mit der Abnahme auch mittels vegetarisch/veganer Ernährung schwer.

#8 Fasten lässt die Kilos purzeln

Einfach nichts mehr essen, und schon purzeln die Kilos von ganz allein. Manchmal auch in beeindruckender Schnelle. Denn, nimmt man keine Nahrung mehr zu sich, ja, so schafft man ein ziemlich großes Kaloriendefizit.
Nichts desto trotz ist Fasten nicht für eine lange Dauer gedacht. Durch Fastenkuren soll oftmals der Körper für eine bestimmte Zeit entgiftet und entlastet werden. Findet jedoch keine Rückkehr zu einer gesunden Ernährung statt, kann lang anhaltendes Fasten schnell ungesund werden.
Denn es fehlen dem Körper so nicht nur wichtige Nährstoffe, die er zur Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen benötigt, was das Risiko von Nährstoffmängeln erhöht, meist stellt sich nach Beendigung des Fastens auch der sogenannte Jojo-Effekt ein.
Zudem, und das finde ich am wichtigsten, Fasten alleine zeigt einem nicht wie man das abgenommene Gewicht wieder hält. Oder wie man sich nach einer Fasten-Crash-Diät gesund und ausgewogen ernährt, um nicht wieder in alte Muster zu verfallen.

#9 Fette sind grundsätzlich schlecht

Nein, überhaupt nicht. Ähnlich wie bei Kohlenhydraten, ist auch Fett ein essentieller Bestandteil unserer Ernährung und hat viele gesundheitliche Vorteile.
Essentielle Fettsäuren beispielsweise sind lebensnotwendig und müssen über die Ernährung aufgenommen werden. Sie sind u.a. in diversen Pflanzenölen sowie Tierprodukten wie beispielsweise Fisch enthalten. Diese Fettsäuren haben zum Beispiel einen entscheidenden Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen wie unseren Herzschlag und die Blutgerinnung.
Fett ist also nicht per se schlecht, sondern ein nicht zu unterschätzender Makronährstoff.

#10 Nur Ausdauersport kurbelt den Stoffwechsel an

Ausdauersport ist auf jeden Fall sehr wertvoll, wenn es um unsere kardiovaskuläre Gesundheit geht. Denn unser Herzmuskel ist der wichtigste Muskel unseres gesamten Körpers.
Dennoch, auch Kraftsport hat diverse Vorteile. Denn zusätzliche Muskulatur wirkt nicht nur der sogenannten Sarkopenie (natürlicher Muskelabbau ab dem 35. Lebensjahr) entgegen, ein Mehr an Muskeln kann auf jeden Fall nützlich sein, hält es auch bis ins hohe Alter fit. Besonders in Bezug auf Beweglichkeit und Koordination. Abgesehen davon haben Muskeln auch eine stützende Funktion, u.a. bei Gelenks- oder auch Rückenbeschwerden und können derartige Beschwerden lindern und auch entgegen wirken.
Nichts desto trotz, um seinen Stoffwechsel anzukurbeln, spielt es eigentlich keine Rolle welche Art von Sport man ausführt. Jede Form der regelmäßige Bewegung, die einem Spaß macht, kann für ein zusätzliches Kaloriendefizit sorgen und zudem für die eigene Gesundheit einen positiven Beitrag leisten.

Alles in allem

Eine funktionierende Abnahme setzt sich aus mehr zusammen, als nur ein paar einzelnen „Geheimtipps“. Vielmehr hat es sich als erfolgreich erwiesen für sich eine Ernährungsweise zu finden, die gesund ist, mit der man sich wohl fühlt und die man folglich dauerhaft in die Tat umsetzen kann. Denn durch eine entsprechende dauerhafte Ernährungsumstellung lernt man nicht nur sich ausgewogen und gesund zu ernähren, man steht nicht wie bei Beendigung mancher Diäten vor dem Dilemma wie man das abgenommene Gewicht nun halten soll.
Ein weiterer Aspekt ist, dass zwar die Kalorienbilanz eine entscheidende Rolle spielt, sprich weniger Kalorien zu sich zu nehmen als man verbraucht, um ein Kaloriendefizit zu generieren, doch auch unsere mit Essen verbundenen Gefühle sowie damit verbundenen Gewohnheiten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Kilos auf der Waage.
Essen wir beispielsweise oftmals aus Langeweile oder Stress, dann wäre es sinnvoll sich dessen auch bewusst zu sein. Vor allem aber auch in welchen Situationen man eher zu sogenanntem emotionalem Essen neigt. Denn, wenn man sich seiner Trigger bewusst ist, kann man auch entsprechend gegensteuern und auf alternative Verhaltensweisen umsteigen.
Hilfreich hierbei kann es zum Beispiel sein ein Ernährungstagebuch zu führen. Sich mal für 2 bis 4 Wochen aufzuschreiben was man wann gegessen und wie man sich dabei gefühlt hat. So erhält man ziemlich schnell einen Einblick über sich selbst.

Was sind eigentlich deine Erfahrungen mit Diät-Mythen?

2 Kommentare zu „10 Diät-Mythen und warum sie keinen Sinn machen.

  1. Hall Cordula,

    Interresssanter Artikel, dein Aspekt mit den ständigen Fastenkuren ist bestimmt richtig. Aber was denkst du über das Intervallfasten, zum Beispiel mit der 16:8-Methode? Ich denke schon, dass man damit abnehmen kann, solange man in den acht Stunden nicht mehr Kalorien zu sich nimmt als man am Tag verbraucht.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Marc,
      ja, ich denke schon, dass die 16:8 Methode durchaus zu Abnehmerfolgen führen kann.
      Sinn ist ja innerhalb eines Zeitfensters, in dem Fall 8 Stunden, zu essen, was die Gesamtkalorienaufnahme durchaus minimieren kann und damit zur gewünschten Gewichtsreduktion führen kann.
      Ich habe dazu einmal einen Artikel geschrieben. Vielleicht ist dieser ja auch interessant für dich :): https://wiressenpflanzen.de/2021/06/01/intervallfasten-168-10in2-oder-52-diat-uber-die-vor-und-nachteile/
      Mir ging es hierbei primär um den Glauben alleiniges Fasten, also gar keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen, führe dauerhaft zu erfolgreicher Gewichtsabnahme. 16:8 betrachte ich dabei durchaus als gesund, und wenn man sich damit wohl fühlt, spricht da auch nichts dagegen. Wie gesagt, ich denke es ist entscheidend für sich eine Ernährunsgsweise zu finden, die man gut umsetzen kann und mit der man sich wohl fühlt.

      LG

      Gefällt 1 Person

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